Die Maschine kommt auf einem Lkw. Sie haben einen Tag voller dringender Fragen, ein oft dünnes Handbuch und einen Händler, der achthundert Kilometer entfernt sein kann. Hier ist die Reihenfolge, in der man sie angeht.
Maßgeblich ist das Handbuch Ihres Herstellers. Diese Seite gibt die Reihenfolge der Handgriffe und die üblichen Fallen; alle Zahlenwerte — Maximalsteigung, Füllmengen, Dauer der Einlaufzeit, Kettenspannung — stehen in Ihrem Handbuch, denn sie ändern sich von Modell zu Modell.
1. Bei der Lieferung, vor der Unterschrift
Das ist der am wenigsten gelesene Schritt und der einzige, den man nicht nachholen kann: ein vorbehaltlos unterschriebener Lieferschein beendet Ihre Ansprüche.
- Gehen Sie vor der Unterschrift einmal um die Maschine. Diese Beulen in der Haube, ein zerkratzter Zylinder, eine gerissene Scheibe, verbogene Löffelzähne: Was man sieht, wird notiert.
- Prüfen Sie, ob das Typenschild vorhanden und lesbar ist. Es trägt die Seriennummer — ohne sie geht keine Ersatzteilbestellung durch und kein sauberer Wiederverkauf.
- Zählen Sie die zugesagten Anbaugeräte: Löffel, Schnellwechsler, Schlüssel, Handbücher. Ein fehlender Löffel wird am selben Tag reklamiert, nicht drei Wochen später.
- Verlangen Sie das Motorhandbuch. Es ist ein eigenes Dokument, es trägt die Einlaufzeit, und es ist das, dessen Herausgabe man vergisst.
- Fotografieren Sie, was Sie feststellen, mit dem Lkw im Bild.
Im Zweifel schreiben Sie den Vorbehalt vor der Unterschrift auf den Schein. „Vorbehaltlich Auspacken“ schützt vor nichts: Ein Vorbehalt muss beschreiben, was Sie sehen.
2. Das Abladen
Das ist der gefährlichste Moment des Tages — und der, in dem eine Maschine Schaden nimmt, die noch keine Betriebsstunde auf der Uhr hat.
- Abladen auf festem, ebenem Boden, nie quer zu einem Hang.
- Rampen mit ausreichender Tragfähigkeit, sauber — kein Fett, kein Schlamm, kein Eis — und fest mit der Ladefläche verbunden, nicht nur angelegt.
- Korrigieren Sie auf der Rampe nie Ihre Spur. Stehen Sie schief, fahren Sie ganz herunter, richten sich aus und fahren neu auf.
- Anbaugerät eingezogen und tief: Arm angelegt, Löffel dicht über dem Boden.
- Langsam über den Übergang Rampe/Ladefläche. Dort kippt der Schwerpunkt schlagartig — die Maschine sackt nach vorn, wenn man es nicht erwartet.
- Beladen: Ketten unterlegen und verzurren.
Drücken Sie die Maschine nie am Ausleger hoch, um auf die Ladefläche zu kommen. Der Trick kursiert in Videos; die Handbücher der Hersteller verbieten ihn ausdrücklich.
3. Vor dem ersten Start
- Prüfen Sie alle Füllstände selbst: Motor, Hydraulik, Kühlmittel. Eine Maschine kann mit dem Nötigsten reisen, und ein Füllstand ist in zwei Minuten geprüft.
- Maschine eben zum Ablesen, sonst lesen Sie falsch.
- Suchen Sie den Batterietrennschalter und den Sicherheitshebel, bevor Sie sie brauchen.
- Suchen Sie die Schmiernippel, bevor alles unter Erde liegt.
- Prüfen Sie die Kettenspannung: Ketten reisen manchmal locker.
4. Der erste Start
- In kurzen Versuchen. Ein Anlasser wird nicht gehalten: ein paar Sekunden drehen, warten, erneut versuchen. Beharren leert die Batterie und brennt am Ende den Anlasser durch.
- Bei Kälte die vorgesehene Vorglühung nutzen — ein paar Sekunden, nicht mehr.
- ⛔ Niemals Äther, niemals Starthilfespray. Bei einem Motor mit Glühkerzen droht die Explosion. Die Handbücher sagen es mit diesen Worten.
- Lassen Sie sie rund fünf Minuten im Leerlauf laufen, bevor Sie die Joysticks anfassen. Das ist kein Aberglaube: Kaltes Hydrauliköl macht die Maschine weich und ungenau, und so bricht man einen Zylinder oder streift eine Mauer.
- Währenddessen: Kontrollleuchten aus, Abgasfarbe normal, keine ungewöhnlichen Geräusche, keine Leckage unter der Maschine.
- Erster Versuch auf freier Fläche: Prüfen Sie, ob die Bewegungen zum Steuerschema in der Kabine passen. Maschinen werden in ISO- oder SAE-Belegung ausgeliefert, und sie bewegen sich nicht gleich. Passt das Schema nicht zu dem, was Sie tun, halten Sie an: Das ist ein Unfall in Vorbereitung.
Gurt anlegen. In der Kabine vergisst man ihn, weil man sich geschützt fühlt. Die Struktur schützt nur, wenn Sie darin bleiben.
5. Die Einlaufzeit
Eine neue Maschine wird geschont. Die Hersteller sind sich über das Prinzip und die Größenordnung einig: In den ersten fünfzig Stunden meidet man Volldrehzahl und Volllast.
Und vor allem: Der erste Ölwechsel kommt deutlich vor dem normalen Intervall. Neue Teile geben Metallpartikel ab, die das Öl forträgt; sie tausend Stunden laufen zu lassen heißt, die Maschine vorzeitig zu verschleißen.
Die Einlaufzeit steht im Motorhandbuch, nicht im Maschinenhandbuch. Bei vielen Minibaggern — auch chinesischen — schreibt der Maschinenhersteller selbst keine vor und verweist ausdrücklich auf den Motorenhersteller.
6. Was diese Maschinen wirklich umwirft
- Seitliches Ausladen hebt eine Kette an. Arm seitlich ausgestreckt, am Hang, mit vollem Löffel: Das ist die Stellung, die umwirft.
- Ein frisch ausgehobener Graben ist kein Boden. Die Kante bricht unter dem Gewicht ein, und die Maschine geht mit hinein.
- Das Gegengewicht schwenkt hinter Ihnen, weit über die Ketten hinaus. Es ist das Gegengewicht, das Menschen gegen Mauern drückt — die Gefahr ist nicht vorn, sie ist hinten.
7. Wenn Sie gewerblich arbeiten
Die folgenden Regeln sind französisch. In Frankreich fällt eine Maschine dieser Größe unter CACES R482 Kategorie A (Kompaktgeräte bis 6 Tonnen), und der Nachweis allein berechtigt nicht zum Führen: Das tut die Fahrerlaubnis des Arbeitgebers, nach ärztlicher Eignung und Kenntnisprüfung. Prüfen Sie Ihre nationalen Vorgaben — das Prinzip überträgt sich, die Formalitäten nicht.
Bevor Sie auf unbekanntem Grund einen Graben öffnen: Die Leitungsauskunft ist keine Formalität. Eine durchtrennte Leitung kostet ungleich mehr.
Danach
Läuft die Maschine, entscheidet anderes über ihre Lebensdauer: regelmäßiges Schmieren, die Kettenspannung und eingehaltene Wartungsintervalle.